Manche glauben, dass die Köperbeplankung (Diagonale) der Schwanengesang der Holzyachten war. Andere zählen Diagonalen nicht zu den hölzernen oder klassischen Schiffen (das bin nicht ich, wenn Sie es wissen wollen). Ich persönlich bin der Meinung, dass die diagonale Beplankung des Rumpfes die einzige Möglichkeit ist, Holz (als bestes Baumaterial der Welt 😉 ) noch als Material für den Yachtbau zu verwenden.
Aber warum genau ist diese Methode so besonders?
Weil sie einen steifen, dichten, starken und leichten Rumpf ergibt. Ich werde nicht auf die Funktionsweise des Rumpfes an sich eingehen, auf die Phänomene des ‚traurigen‘ und ‚glücklichen‘ Kiels (eng. hogging und sagging) und darauf, warum die korrekte duktile Fasenbeplankung nicht nur den Rumpf abdichtet, sondern auch das ganze Boot steif macht.
Es ist wichtig, dass die diagonal (diagonal und abwechselnd) gestapelten Lagen der Ummantelung als Aussteifung in der Halle wirken und alles zu einer sehr starken Struktur zusammenhalten.
Warum erwähne ich das alles? Weil wir eine weitere Diagonale zur Reparatur in die Hände bekommen haben. Diesmal war es das Geschenk von Stettin. In der Nähe des Skegs (des in die Ummantelung eingelassenen Flansches) wurde sie ’schmuddelig‘, was bedeutete, dass die diagonalen Schichten nicht mehr so zusammenhielten, wie sie sollten.
Wie wir das repariert haben, erfahren Sie in CDN. Und heute ein paar Bilder von der „Öffnung“
Und noch eine interessante Tatsache!
Wie alt ist die diagonale Verstärkung von Schiffskonstruktionen? Aus den 70er Jahren? 50′? Moment, Moment, Moment? Und Amundsen hatte 1910 keine diagonalen Verstärkungen auf der Fram? Aber immerhin wurde die Fram 1892 für Fridtjof Nansen gebaut… Und Franklin und seine HMS „Erebus“ und HMS „Terror“ für die Expedition 1845?
Nun NEIN!
„Es ist an der Zeit, über den großen Einfluss zu berichten, den unser Schiffbauingenieur Sir Robert Seppings hatte. (…) Noch wichtiger ist, dass er im Jahr 1800 die Methode der diagonalen Spieren in Schiffen einführte. Dies hatte den Vorteil, dass es die Festigkeit stark erhöhte und dem Phänomen des ‚Hogging‘ entgegenwirkte…“
„Sailing Ships and Their Story“ E.Keble Chatterton London 1914
P.S. Seppings‘ Methode hat sehr wenig mit der ‚modernen‘ diagonalen Yachtbeplankung zu tun 😃